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Riesenrad stürzt in Menschenmenge

Fortbildung des DRK Ortsverein Eutingen zum Thema „Traumamanagement“

Die Teilnehmer

Fixierung mit dem Spineboard

Unter einem Trauma wird in der Notfallmedizin eine Gewalteinwirkung auf den Körper verstanden. Beispiele hierfür sind Verkehrsunfälle oder Stürze. Um diese Notfälle bestmöglich zu behandeln haben am Samstag drei Helfer des DRK Ortsverein Eutingen gemeinsam eine Fortbildung zum Thema „Traumamanagement“ absolviert.

„Die meisten Lehrgänge zu diesem Thema kommen aus Amerika“, sagte Lukas Hanakam, der die Fortbildung leitete, „ihren Ursprung haben sie meist im militärischen Bereich. Dort hat man festgestellt, dass Verletzte die größten Überlebenschancen haben, wenn sie nach einer qualifizierten Erstversorgung so schnell wie möglich in ein Krankenhaus kommen.“

Das Augenmerk bei der insgesamt fünf stündigen Fortbildung liegt insbesondere auf einem standardisierten Vorgehen.  Nacheinander werden die wichtigsten Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung und Kreislauf überprüft. Schädigungen dieser Funktionen werden behandelt um die Situation des Verunfallten zu verbessern. Innerhalb von zehn Minuten sollen alle wichtigen Maßnahmen abgeschlossen sein. Anschließend erfolgt ein zügiger aber schonender Transport ins Krankenhaus.

„Bei vielen dieser Unfälle wird die Wirbelsäule in einem unbekannten Maß geschädigt“, so die Bereitschaftsleiterin Nadine Schilling, „um eine weitere Schädigung zu vermeiden werden diese Patienten immobilisiert.“

Zu diesem Zweck wird eine spezielle Trage angewendet, das sogenannte Spineboard.  Der Patient wird mit Gurten auf dem Spineboard fixiert, um eine Querschnittslähmung zu vermeiden. Durch die Fixierung auf dem Board wird die Beweglichkeit der Wirbelsäule stark reduziert.

„Durch diesen standardisierten Ablauf können unsere Helfer auch in Extremsituationen schnell und effektiv arbeiten“, so die Bereitschaftsleiterin weiter.

Nach der Theorie konnten die Teilnehmer die neu erlernten Fähigkeiten in einer praktischen Übung anwenden. Angenommen wurde ein Unfall auf der Pforzheimer Messe. Aufgrund fehlender Wartung stürzte eine Gondel des Riesenrades in die Tiefe. Dabei wurden mehrere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzt. „Vor dieser Weiterbildung wäre ich mit dieser Situation überfordert gewesen, jetzt war es auch noch sehr schwer, aber ich hatte eine Reihenfolge, die ich abarbeiten konnte.“ sagte Christian Vollmer, „durch den festen Ablauf war ich ruhiger und konnte den Patienten besser versorgen.“

Damit das gelernte nicht in Vergessenheit gerät ist für das Spätjahr eine Auffrischung geplant.

21. Januar 2013 16:17 Uhr. Alter: 6 Jahre

 


 

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